Bundesfamilienministerin Karin Prien hat massive Umstrukturierungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ angekündigt. Zwei wesentliche Bereiche des Förderprogramms sollen Ende 2026 eingestellt werden: der Aufbau bundesweiter Kooperationen, der unter anderem die Bereiche Betroffenenberatung, Rechtsextremismus und Antisemitismus umfasst, und die Förderung der erst 2025 gestarteten Innovationsprojekte.
Unser Innovationsprojekt MIDeinander wird, Stand jetzt, nur noch bis zum Ende dieses Jahres laufen und damit nicht einmal die Hälfte des angestrebten Projektzeitraumes arbeiten. MIDeinander führt seit letztem Herbst an vier Dortmunder Schulen Workshops in ausgewählten Jahrgängen rund um die Themen Diskriminierung und Vorurteile durch.
Die Workshops des nächsten Schwerpunktthemas Rassismus sind vor wenigen Wochen gestartet. Kommt es tatsächlich zum Förderstopp, können die anderen Schwerpunktthemen Sexismus, Homophobie und Antisemitismus den Schüler*innen nicht zugänglich gemacht werden.
Dabei ist in den Vorbereitungen der Workshops im vergangenen Jahr deutlich geworden: Projekte wie MIDeinander könnten allein im Raum Dortmund viel mehr Schulen unterstützen. Es gab weit mehr Anfragen von Schulen und Fachkräften, als durch das Projektteam bedient werden konnten. Doch es fehlt an ausreichenden Fördermitteln bei Kommunen, Land und Bund.
Vom Bundesfamilienministerium ist zudem angekündigt worden, dass sich das Programm „Demokratie leben!“ mehr auf die Arbeit von und in Regelstrukturen konzentrieren soll. Der drohende Förderstopp für MIDeinander ist diesbezüglich paradox. Denn MIDeinander tut mit seiner Arbeit in den Kooperationsschulen genau das!
Das Projektziel ist es, neue Wege für die Implementierung von Demokratiebildung und Prävention im Kontext Schule zu erproben und zum Projektende wissenschaftlich evaluiert für eine flächendeckende Nutzung aufzubereiten. Es werden Schüler*innen dort erreicht, wo sie sich täglich aufhalten und wo unterschiedlichste Jugendliche zusammenkommen. Die gleiche Wirkung hat die begleitende Fortbildung der Lehr- und Fachkräfte.
Es erfüllt nicht nur die Vorstellungen des Ministeriums, sondern ist auch bundesweit hilfreich für andere Akteure, die sich nachhaltig für die Demokratie und gegen Ausgrenzung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzen wollen.
Eine demokratische Gesellschaft benötigt eine starke Zivilgesellschaft! Wir möchten Sie daher bitten, die Petition „Kein Kahlschlag bei Demokratiearbeit!“ zu unterzeichnen!
